Was die Anbindung leistet
Der JTL-Connector für Shopify verbindet Ihren Shopify-Shop mit JTL-Wawi. Danach pflegen Sie den Shop aus der Wawi heraus.
- Von JTL-Wawi zu Shopify: Artikel, Kategorien, Bilder, Preise und Bestände.
- Von Shopify zu JTL-Wawi: Aufträge und Kundendaten.
- Zurück an Shopify: Statusänderungen und Tracking-Nummern aus dem Versand.
Der Nutzen: Sie pflegen Daten nur einmal. Versand, Retouren und Zahlungen wickeln Sie zentral in der Wawi ab. Das bleibt so, wenn später Marktplätze oder weitere Shops dazukommen.
Wann sich die Anbindung lohnt
Der JTL-Guide nennt drei Einsatzfälle:
- Neuer Shop: Sie befüllen einen neuen Shopify-Shop aus JTL-Wawi.
- Zusätzlicher Shop: Shopify ist ein weiterer Kanal neben anderen Shops.
- Wechsel: Sie holen die Daten aus Shopify in die Wawi, um sie später in ein anderes Shopsystem zu übertragen.
Sinnvoll ist die Anbindung vor allem, wenn Sie mehr als einen Kanal bedienen oder Bestand und Versand nicht mehr von Hand abgleichen wollen. Bei DOCTOR RIMS arbeiten wir mit Shopify und JTL-Wawi. Die Sets für Marktplätze pflegen wir als Stücklisten in derselben Wawi.
Voraussetzungen
- JTL-Wawi: Der Connector läuft laut JTL-Guide grundsätzlich ab Version 1.0. Bei Versionen unter 1.3.20 kann es zu unerwarteten Fehlern kommen.
- Passende JTL-Edition: Die gebuchte Edition muss die nötigen Komponenten enthalten. Ab JTL-Wawi 1.10 legt die Edition auch fest, wie viele Onlineshops Sie anbinden können.
- Aktiver Shopify-Shop mit Zugang zum Adminbereich.
- Konto im JTL-Kundencenter für die Anmeldung. Eine eigene Kundencenter-Lizenz für Shopify brauchen Sie bei einer neuen Anbindung laut JTL nicht mehr.
- Datenbanksicherung der Wawi, bevor Sie den ersten Abgleich starten.
Beachten Sie außerdem: Bei Shopify-Shops, die ab dem 24.01.2024 erstellt wurden, schränkt Shopify die Übertragung personenbezogener Daten ein. Laut JTL-Guide ist sie dann nur ab dem Shopify-Paket „Grow“ möglich oder wenn Sie den Connector direkt im Shopify App Store buchen.
Der Funktionsumfang beider Systeme ist nicht deckungsgleich. Manche Datenfelder gibt es nur auf einer Seite. Prüfen Sie deshalb vorab, welche Felder Sie in Shopify wirklich brauchen.
Schritt für Schritt: Shopify an JTL-Wawi anbinden
1. App in Shopify installieren
- Rufen Sie im Shopify App Store die App „JTL ERP-Connector“ auf und klicken Sie auf „Installieren“.
- Prüfen Sie, auf welche Daten die App zugreift, und bestätigen Sie die Installation.
- Klicken Sie auf der Quickstart-Seite auf „Mit JTL verbinden“ und melden Sie sich im JTL-Kundencenter an.
- Bestätigen Sie das Abonnement mit „Genehmigen“.
- Legen Sie in der Konfiguration die Hauptsprache der Wawi, die Shop-Sprache und die Steuersätze fest. Für Deutschland sind das zum Beispiel 7 und 19 Prozent.
2. Verkaufskanal in JTL-Wawi anlegen
- Öffnen Sie in JTL-Wawi das Menü Plattformen > Verkaufskanäle und klicken Sie auf „Anlegen“.
- Wählen Sie „Drittshop – JTL-Connector“ und klicken Sie auf „Hinzufügen“.
- Tragen Sie in der Registerkarte „Verbindung“ die Onlineshop-URL und den JTL-Connector-Token ein. Beides finden Sie in Shopify unter Apps > JTL ERP-Connector > Connector-Konfiguration.
- Klicken Sie auf „Verbindung testen“. Wählen Sie in der Registerkarte „Zuordnungen“ die Kundengruppe und speichern Sie.
Nutzen Sie JTL-Worker 2.0, starten Sie den Dienst danach neu. Unter Admin > JTL-Worker-Status legen Sie fest, in welchen Abständen welche Daten automatisch ausgetauscht werden.
3. Kategorien vorbereiten
JTL empfiehlt eine eigene Wurzelkategorie für Shopify, zum Beispiel „Shopify“. Ordnen Sie darunter alle Artikel ein, die im Shop erscheinen sollen. Aktivieren Sie in den Kategoriestammdaten der Wurzelkategorie unter „Onlineshops/JTL-POS“ Ihren Shopify-Shop.
Shopify kennt nur eine Kategorie-Ebene. Artikel aus tieferen Unterkategorien landen beim Abgleich in der obersten Kategorie. Die Wawi legt Kategorien in Shopify als Custom Collections an. Smart Collections lassen sich über die Wawi nicht steuern.
4. Ersten Abgleich starten
- Markieren Sie in der Verkaufskanalverwaltung Ihren Shopify-Shop und wählen Sie die Wurzelkategorie aus.
- Aktivieren Sie „Daten zum Onlineshop senden“ sowie „Artikel komplett senden“ und „Bilder“. Speichern Sie.
- Klicken Sie im Bereich Plattformen auf „Abgleich starten“ und wählen Sie den JTL-Connector.
Planen Sie für den ersten Abgleich genug Zeit ein. Die Dauer hängt laut JTL unter anderem von der Größe des Sortiments und der Internetverbindung ab. Danach holt die Wawi neue Aufträge beim Abgleich ab. Sie versenden sie wie alle anderen Aufträge.
Sie haben schon einen Shopify-Shop
Dann gibt es zwei Wege.
- Daten aus Shopify übernehmen: Ist die Wawi noch leer, aktivieren Sie in der Verkaufskanalverwaltung „Daten aus dem Onlineshop importieren“ und wählen die gewünschten Daten. Nach dem Abgleich finden Sie Artikel, Aufträge und Kunden in der Wawi. Mit der Option „Aufträge ab einem bestimmten Datum importieren“ legen Sie fest, ab wann Aufträge übernommen werden.
- Vorhandene Artikel verknüpfen: Gibt es die Artikel schon in beiden Systemen, hinterlegen Sie in der Wawi unter Beschreibung > Metadaten (SEO) einen URL-Pfad. Stimmt er mit dem Handle des Produkts in Shopify überein, verknüpft der erste Abgleich beide. Sonst legt die Wawi ein neues Produkt in Shopify an.
Vorsicht bei der Option „Shopify-SKU als Artikelnummer importieren“: Shopify erlaubt doppelte SKUs. Gibt es doppelte SKUs, überschreiben sich die Artikel beim Import. Prüfen Sie Ihre SKUs deshalb vorher.
Artikelnummern zuerst klären
Beim Senden an Shopify wird die Artikelnummer aus JTL-Wawi zur SKU im Shop, solange Sie kein eigenes Attribut „sku“ setzen. Eine klare Nummernlogik lohnt sich deshalb doppelt: in der Wawi und im Shop.
Bei DOCTOR RIMS folgt jede Artikelnummer dem Muster XXX-XXXX. Die ersten drei Ziffern stehen für die tiefste Kategorie des Produkts. Die vier Ziffern danach zählen fortlaufend. Der Felgenreiniger 750 ml hat die Nummer 152-0001: 152 ist die Kategorie Felgenreiniger, 0001 das erste Produkt darin. Sets aus verschiedenen Produkten laufen in einer eigenen Kategorie „Sets“ mit der 170.
Typische Stolpersteine im Betrieb
| Situation | Ursache laut JTL | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Bestand wird in Shopify nicht gesetzt | Beim Produkt ist in Shopify ein anderer Fulfillment-Dienstleister als „Shopify“ eingestellt. | In der Inventarverwaltung Shopify als Fulfillment-Dienstleister wählen. |
| Variationsartikel lässt sich nicht anlegen | Shopify erlaubt höchstens 100 Kindartikel pro Vaterartikel. | Variantenzahl vorher prüfen. |
| Produktbild fehlt im Shop | Shopify nimmt keine Bilder über 25 Megapixel an. Die Wawi zeigt dabei keinen Fehler. | Bild verkleinern und den Abgleich neu starten. |
| Tracking-Link fehlt | Shopify erkennt den Versanddienstleister am Namen der Versandart. | Den Namen der Versandart mit dem Dienstleister beginnen, zum Beispiel „DPD Paket XL“. |
| Falsche Steuerklasse | Steuersätze aus Tax Overrides kann der Connector nicht auslesen. | Steuersätze in den Connector-Einstellungen eintragen. |
| Fehler bei Auftragsnummern | „Auftragsnummer aus dem Shop verwenden“ ist aktiv, und die Nummernkreise sind gleich konfiguriert. | Nummernkreise unterschiedlich einstellen. |
| URL im Shop endet auf „-1“ | Die SEO-URL gibt es in Shopify schon. | Eindeutige SEO-URLs in der Wawi vergeben. |
Ab Connector-Version 2.1.6 bricht ein einzelner fehlerhafter Datensatz den Abgleich nicht mehr ab. Die Fehlermeldungen erscheinen gesammelt am Ende. Prüfen Sie deshalb nach jedem Abgleich das Protokoll.
Was Sie außerdem wissen sollten
- Grundpreise: Ab Connector-Version 2.1.0 schreibt die Wawi Grundpreise direkt in die dafür vorgesehenen Shopify-Felder. Mehr dazu im Ratgeber Grundpreis richtig angeben.
- Metafelder: Shopify-Metafelder pflegen Sie in der Wawi als Attribute mit dem Präfix „meta_“. Das macht den Abgleich langsamer, weil pro Element eine zusätzliche Abfrage nötig ist.
- Mehrere Sprachen: Ab Version 2.1.0 überträgt der Connector Artikel- und Kategoriedaten in mehreren Sprachen.
- Retouren: Den Retourenprozess mit Rechnungskorrektur starten Sie in der Wawi. Die Rückzahlung lösen Sie im Shopify-Backend aus.
- Später in Shopify angelegte Artikel können Sie noch importieren. Änderungen an bestehenden Artikeln übernimmt die Wawi aber nicht.
- Bundles und Sets: Legen Sie sie in der Wawi als Stückliste an. Wie das geht, zeigen wir im Ratgeber Bundles und Sets in JTL-Wawi und Shopify.
Sie möchten die Anbindung nicht selbst einrichten? Das übernehmen wir in der JTL-Wawi-Einrichtung.



